ohne dass die Energieversorger eine Begründung dafür haben.
Doch die Energiekunden sind nicht machtlos. Durch den Wettbewerb auf dem Energiemarkt werden die gesunkenen Rohstoffkosten schneller an die Verbraucher weitergegeben. Diese Entwicklung wird deutlich, wenn die Preise der alten Grundversorger und der neuen Anbieter verglichen werden. Während die angestammten Gasversorger die Preise für Privatkunden bis April dieses Jahres um durchschnittlich 15 Prozent abgesenkt haben, sanken die Preise der neuen Gasanbieter um durchschnittlich 17 Prozent.
Noch deutlicher ist diese Konstellation auf dem Strommarkt. Die alten Grundversorger haben im selben Zeitraum die Preise für Privatkunden um durchschnittlich 4 Prozent erhöht (Grundversorgung). Die neuen Stromanbieter haben ihre Preise gleichzeitig um 2 Prozent abgesenkt (ohne Vorauskasse). Anstatt auf angemessene Preissenkungen des alten Grundversorgers zu warten, sollten Verbraucher die zahlreichen Angebote im Markt vergleichen und zu günstigeren Anbietern wechseln.
Der Wechsel ... des Stromanbieters ist sehr einfach. Für die Formalitäten braucht man nur wenige Minuten. Im Kern gilt das Gleiche auch für Gaskunden, wobei der Markt hier aber erst langsam in Bewegung kommt. Wechselwillige Kunden sollten Folgendes beachten.
Verbrauch ermitteln Als Erstes sollte man seinen Jahresverbrauch ermitteln. Am einfachsten geht das über die letzte Rechnung. Wichtig: Es kommt nicht auf den Betrag in Euro an, sondern auf den Verbrauch in Kilowattstunden (kWh). Wer die letzte Rechnung nicht mehr findet, kann seinen jährlichen Strombedarf zur Not auch anhand des Verbrauchs der letzten Monate hochrechnen.
Die suche nach passenden Anbieter Die Suche nach dem günstigsten Anbieter ist mit Unsere unabhängige Tarifrechner, in die man nur zwei Werte eingeben muss: seine Postleitzahl und seinen jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden, recht einfach. Der Tarifrechner bietet dann eine Übersicht sämtlicher Anbieter, die in dieser Region verfügbar sind.
Die Formalitäten Nun muss man mit dem neuen Anbieter, nur noch Kontakt aufnehmen. Der neue Anbieter klärt dann sämtliche Formalitäten. Eine Abmeldung beim alten Versorger ist nicht nötig, auch das übernimmt das neue Unternehmen automatisch.
Öko Anbieter Wer möchte, kann sich an dieser Stelle auch für einen Ökostromanbieter entscheiden. Diese Unternehmen garantieren grünen Strom aus erneuerbaren Energien, ohne Kohle und Kernkraft. Nach Angaben der Verbraucherschützer sind Ökostromprodukte in zwei Dritteln der Städte sogar billiger als die der ortsüblichen Grundversorger.
Die Technik Technisch ist der Anbieterwechsel überhaupt kein Problem. Das physikalische Produkt Strom bleibt in jedem Fall dasselbe, eine Unterbrechung der Versorgung ist ausgeschlossen. Dass man einen neuen Anbieter hat, merkt man nur daran, dass die Rechnung von einem anderen Unternehmen kommt als bisher. Übrigens: Selbst wenn der neue Anbieter pleitegehen sollte, bekommt man weiterhin Strom. In diesem Fall ist der örtliche Grundversorger gesetzlich verpflichtet einzuspringen.