| Deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit 1990 nicht |
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Die Wirtschaft in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr aus der Krise katapultiert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs 2010 um 3,6 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das ist das größte Wirtschaftswachstum seit der deutschen Wiedervereinigung - und trotzdem erreichte die deutsche Wirtschaft noch nicht ihr Vorkrisenniveau. Deutschland ist besonders gut aus der Krise herausgekommen", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Roderich Egeler. Die Wirtschaft in der Bundesrepublik ist demnach doppelt so stark gewachsen wie die der gesamten Euro-Zone. Für die 16 Staaten, die 2010 die Gemeinschaftswährung hatten, gehen die Statistiker von einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent aus. "Nur Schweden und die slowakische Republik haben voraussichtlich ein größeres Wachstum", sagte Egeler. Grundlage hierfür sei ein deutlicher Anstieg der Nachfrage im In- und Ausland gewesen. Der Export, der im Krisenjahr 2009 noch um 14,3 Prozent abgestürzt war, zog demnach wieder kräftig an. Mit einem Wachstum von 14,2 Prozent erreichten die Geschäfte mit ausländischen Kunden fast wieder das Vorkrisenniveau. Der private und staatliche Konsum im Inland wuchs 2010 leicht, um insgesamt 0,9 Prozent.
Positive Meldungen verkündeten die Statistiker auch vom Arbeitsmarkt. Mit rund 40,5 Millionen Arbeitenden gab es den Angaben zufolge 2010 so viele Erwerbstätige wie noch nie zuvor. Besonders stark sei die Zahl der Erwerbstätigen im Bau- und im Dienstleistungsgewerbe gestiegen, hier vor allem im Bereich der Leiharbeit. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärte, auf dem Arbeitsmarkt nehme Deutschland "Kurs auf Vollbeschäftigung". "Die aktuellen Daten zeigen, dass die Menschen zu Recht optimistisch in die Zukunft blicken", sagte der Minister. Trotz der guten Zahlen überschritt die Bundesrepublik 2010 allerdings erstmals seit fünf Jahren wieder die EU-Defizitgrenze. Bund, Länder und Gemeinden in Deutschland wiesen 2010 ein Minus von 88,57 Milliarden Euro aus. Das bedeute eine Defizitquote von 3,5 Prozent des BIP. Die EU-Verschuldungskriterien erlauben eine maximale Neuverschuldung von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. AFP |